Mein Motto 2026: Ich bin, die ich bin – irgendwann kommt es sowieso raus...

Mein Motto 2026: Ich bin, die ich bin – irgendwann kommt es sowieso raus...

Dr. Hanna Steffen
von Dr. Hanna Steffen
10. Januar 2026

Dieses Foto zu meinem Jahresmotto ist vor längerer Zeit in einem Park entstanden: Ich habe mich dort ganz spontan von einem Magnolienbaum "verführen" lassen. Ein Ast wuchs so niedrig und war so weich geschwungen, fast wie eine kleine Wiege, so dass ich mich ganz spontan einfach mal so hineingelegt habe. Mein Mann hat in genau diesem Moment abgedrückt.

Und während ich dort lag und mich gefreut habe wie ein Kind, passierte etwas Überraschendes: Ich realisierte, dass in mir gefühlt ein anderes „Betriebssystem“ angesprungen war. Plötzlich war da nicht das übliche, ganz offensichtlich unbewusste Abwägen, kein inneres Scannen nach Erwartungen, kein „Was denken die anderen?“. Da war nur dieses schlichte, unangestrengte: So bin ich, wenn ich einfach bin, wie ich bin – unbekümmert, spielerisch, präsent.

Und es hatte auch noch einen Hauch von „verboten“ – oh je … Denn erst im Nachhinein haben wir gesehen, dass man sich dort eigentlich nicht in den Baum legen sollte – vermutlich, weil sich viele Menschen von dieser „Wiege“ ebenfalls eingeladen fühlen… Und das ist genau der Punkt: Manchmal erlaube ich mir Lebendigkeit erst dann ganz, wenn der bewusste oder unbewusste Verstand kurz aus dem Weg geht!

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Hier fühle ich mich wohl und ganz verbunden: getragen von einer alten Magnolie.

In dieser Situation wurde mir bewusst, wie häufig sonst ein innerer Anteil übernimmt, der wie ein Kontrolleur arbeitet: Er hält mich in Form, er prüft, ob es „passend“ ist, er lässt mich durch die Augen anderer schauen. Oft ist das ein Versuch, Schamgefühlen aus dem Weg zu gehen; genau genommen: nicht durch Urteile von Anderen beschämt zu werden. Und ist es nicht traurig, wenn wir versuchen, „anders“ zu sein, nur um ja nicht negativ beurteilt zu werden oder irgendwie dazuzugehören?

Einen etwas anderen Akzent hat Oskar Wilde in dieser berühmten Äußerung gesetzt: „Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er in eigener Person spricht. Gebt ihm eine Maske, und er wird euch die Wahrheit sagen.“ – In dem Kontext der vertrauten Art von sozialer Sichtbarkeit greifen in der Regel Erwartungsmanagement und Selbstkontrolle. Unter einer „Maske“ im Sinne von Anonymität hingegen fällt der Blick der anderen als Korrektiv teilweise weg – und dadurch wird Spontanität leichter zugänglich. Anonymität schafft dann einen Schutzraum: Der innere Kontrolleur kann sich entspannen, Spontanität wird zugänglicher, Wahrhaftigkeit darf erstmals „Probewohnen“. Und genau das ist mein nächster Schritt: Echtheit darf auch erst einmal Übungsraum brauchen, um in mir selbst einen sicheren Platz zu finden.

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Kurz in der Fotobox verschwinden, herzlich lachen, wieder auftauchen – und ich frage mich, warum ich das nicht öfter mache. 


Und jetzt mal ganz "in echt": Drei Schritte, die mein Motto im Alltag verankern. 

1. Sichtbar werden, wie es mir entspricht: Ausdruck statt Performance

Für viele neurodivergente Menschen ist „Masking“ (= sich bewusst oder unbewusst so anpassen, dass man möglichst „unauffällig“ oder „normotyp“ wirkt) ein täglicher Kraftakt – im Autismus-Spektrum ist es oft besonders ausgeprägt. Das kostet enorm viel Energie, weil permanent Selbstbeobachtung und „Korrektur“ mitlaufen. Dieses Motto ist für mich auch eine Einladung, diese Muster Schritt für Schritt abzulegen.

Die Fotos erinnern mich daran, dass ich die innere Instanz, welche einmal meinem Schutz diente, nicht bekämpfen muss, sondern dass ich jetzt wählen kann, ob ich ihr folge oder nicht.

Darum geht es für mich 2026 und weil es in dieser Form der zweiten Selbständigkeit so unausweichlich um authentische Sichtbarkeit geht:

Ich bin, die ich bin – irgendwann kommt es sowieso raus.


Ich mag diesen Satz, weil er mich gleichzeitig entlastet und aufrichtet. Er erinnert mich daran, dass Echtheit keine Leistung ist, die ich „hinbekommen“ muss. Diese zeigt sich – nein: ICH BIN. Punktum. In Gesprächen, in Entscheidungen, in dem, was ich ausstrahle, wenn ich nicht versuche, irgendetwas zu glätten oder zu verstecken. Ohne Anpassung, ohne Maske.

Mir dürfen auch mal die Mundwinkel entgleisen – tun sie ohnehin gelegentlich: Meine Tochter spiegelt mir immer wieder einmal, ich hätte eine lebendige Mimik. Und eine Schauspielerin hat mir vor Jahrzehnten zu meiner Überraschung einmal bescheinigt, ich hätte ein Theatergesicht … in echt, nicht auf der Bühne! Warum sollte ich das also verstecken?

Das Motto wirkt auf den ersten Blick leicht und humorvoll. Für mich hat es jedoch auch eine ernsthafte, klärende Seite: Er erinnert mich daran, dass ich auf Dauer nicht gegen mich selbst leben kann. Was ich wirklich bin, was mir entspricht, welche Werte mich leiten – all das findet jetzt seinen Weg nach außen.

Und genau darin liegt für mich die Kraft: 2026 darf ein Jahr der Selbstakzeptanz, der Echtheit und meiner inneren Wahrheit werden. Ein Motto ist wie ein Leitstern – es hilft mir, im Alltag schneller zu spüren, was wirklich passt, und welcher nächste Schritt stimmig ist.

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Der Schalk im Nacken darf erst einmal Probewohnen...


2. Verkörpern statt verhandeln: Ich übe „ICH BIN“

Und das möglichst einfach: Ich werde den Satz immer wieder laut aussprechen. Ja, laut. Tatsächlich: das kann sich im ersten Moment ein bisschen … eigenartig anhören. Genau deshalb wirkt es: Ein Satz, der nur gedacht wird, bleibt leicht im Kopf stecken. Laut gesprochen bekommt er Körper, Klang und Präsenz – und erzeugt durch die Schwingung ganz konkret eine spürbare Resonanz.

Dann halte ich kurz inne und spüre nach: Wie fühlt sich dieser Satz in meinem Körper an? Wird der Atem weiter? Entsteht mehr Raum? Meldet sich Widerstand – so ein inneres „Ja, aber …“? Oder ist irgendwo ein freudiges, aufgeregtes Kribbeln spürbar? Mit jeder Wiederholung entstehen neue Spuren im Nervensystem. Und es kann sich jedes Mal anders anfühlen – weil jeder Moment, in dem wir wirklich präsent sind, einzigartig ist. Leben ist immer nur JETZT. Auch wenn unser ewiges „ICH BIN“ niemals wieder exakt die gleiche Form annimmt.

Am Anfang ist die Resonanz vielleicht nur ein kleines Rinnsal – und wenn ich dranbleibe, kann daraus über Monate ein tragender Strom werden. Gleichzeitig dürfen alte Gewohnheiten und nicht mehr dienende Muster in ihrem bisherigen Flussbett nach und nach austrocknen.

Ich werde mir dafür weitere kleine, alltagstaugliche Erinnerungsbrücken bauen:

  • Ein Foto von mir (gern auch einmal vor dem Spiegel, mit diesem „So sehe ich aus, wenn ich ICH BIN“-Blick) aufhängen.
  • Das Motto aufschreiben und sichtbar machen – am Badezimmerspiegel, am Kühlschrank, irgendwo, wo ich es wirklich sehe.
  • Manchmal schreibe ich es mit der nicht-dominanten Hand oder rückwärts, einfach um das Gehirn aus der Routine zu holen – ein kleiner Gewohnheitsbruch.
  • Ich kann es auch körperlich ausdrücken: Wie steht „Ich bin, die ich bin“ gerade jetzt? Wie will es sich jetzt bewegen? Welche Haltung nimmt mein Körper ein, wenn ich ihn führen lasse?
  • Tanze dich selbst zu deiner Lieblingsmusik!
  • Malen oder Singen geht auch…

Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Hauptsache, es fühlt sich so richtig gut an!

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Theatergesicht?


3. Meine Räume bewusst wählen: Resonanz statt Rechtfertigung

Das bedeutet insbesondere: ich wähle meine Räume bewusster. Ich merke schneller, wo ich mich innerlich zusammenziehe – und wo etwas in mir aufatmet. Je klarer ich mich ausrichte, desto weniger Energie geht in endlose innere Debatten, und desto mehr bleibt für das, was entstehen will. Das gilt für Beziehungen, für Projekte und auch für mein Business. Ich darf meine Wahrheit verkörpern, statt sie zu begründen. Und ich erlaube mir mein Engagement dort, wo Resonanz möglich ist.

Ein Jahresmotto ist für mich keine Dekoration, sondern ein innerer Kompass. Es bündelt Richtung, Haltung und Prioritäten – wie ein innerer Nordstern. Und wenn diese Ausrichtung wirklich stimmt, entsteht oft eine eigene Form von Sog: nicht durch Schaustellerei oder Lautstärke, sondern durch Klarheit, Wiedererkennbarkeit und innere Stimmigkeit: auf fachchinesisch auch „Kohärenz“ genannt.

Es hilft mir außerdem, Haltungen und Entscheidungen nicht jedes Mal neu abzuwägen und innerlich zu verhandeln. 2026 möchte ich nicht mit einer langen Vorsatzliste beginnen, sondern mit einem Satz, der mich durch das Jahr begleitet: Er erinnert mich im Gefecht des Alltags immer wieder daran: Was ist wirklich meines – und was ist nur Anpassung? Keep it simple! Das, was uns tagtäglich umgibt, ist doch schon kompliziert genug, oder etwa nicht?!

Wenn DEIN Motto wirklich zu dir passt, entstehen daraus oft fast unmerklich die nächsten sinnvollen Schritte:

Die klassische Vorsatzliste wirkt dann vielleicht plötzlich kleiner – oder sie sortiert sich von selbst.

Hast du schon ein Motto, das dich „in guten wie in herausfordernden Zeiten“ durch 2026 trägt? Hinterlasse es gerne in den Kommentaren: Das legt ein weiteres Zeugnis davon ab, dass du es ernst nimmst – wenngleich nicht schwer … „Traust“ du dich schon?

IMG 7527 tinifiedOhne Worte...


Und jetzt du in echt? Was wäre, wenn du dir Woche für Woche einen kleinen Moment schenkst, in dem du wieder bei dir ankommst – bevor du dich zu lange im Außen verlierst?

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Ganz nach dem Motto: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ (Erich Kästner)

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