Fokus & Struktur bei Neurodivergenz: Meine To-want-Liste für das 1.Quartal 2026

Fokus & Struktur bei Neurodivergenz: Meine To-want-Liste für das 1.Quartal 2026

Dr. Hanna Steffen
von Dr. Hanna Steffen
12. Januar 2026
Foto Dr. Hanna Steffen: Weil ein neurodivergentes Gehirn anders tickt...

Ein wichtiger Leitstern für meine nächsten zwölf Wochen: meine To-Want-Liste.

Noch eine Liste? Muss das sein?

Keine Sorge. Ich schreibe schon lange nur noch To-Want-Listen – oder, wenn du so willst: Schöpferlisten – und keine To-do-Listen mehr.

Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Papier, sondern in Absicht und Ausrichtung, mit der ich sie schreibe: Eine To-do-Liste klingelt mir in den Ohren wie ein weiteres Pflichtprogramm. Eine To-Want-Liste wirkt wie ein inspirierender Kompass – sie erinnert mich an meine freudvolle Orientierung, an den größeren Kontext meines Wirkens und unterstützt mich dabei, meinen inneren Kompass immer wieder fein nachzujustieren.

Ein Abdruck von Naturmaterial im Sand: Metapher für eine Blaupause

Eine To-Want-Liste kann wie eine Blaupause wirken: Mit der Niederschrift setze ich die Absicht – der Plan ist angelegt und entfaltet sich Schritt für Schritt.

To-do oder to want? Die etwas andere Perspektive

  • Pläne und Tätigkeiten müssen nicht automatisch schwer sein. Eine Liste kann auch ein Kreativraum sein: eine Art Werkbank, auf der Ideen liegen dürfen, bis ihre Zeit gekommen ist.
  • Ich stelle mir das so vor: Wenn ich die Liste notiere, beauftrage ich meinen inneren, neurodivergenten „Großrechner“ im Hintergrund. Der liebt viele offene Tabs gleichzeitig. Mein Alltagsbewusstsein hingegen muss dann nicht dauernd wie ein Browser-Wächter danebenstehen.
  • Dadurch entsteht bei mir nicht das Gefühl, mir noch mehr aufzuhalsen. Im Gegenteil: Sobald ich meine Vorhaben aufschreibe, müssen sie nicht mehr permanent in meinem Kopf kreisen. Sie sind an einem sicheren Ort abgelegt – das befreit und entlastet mich.
  • Der Großrechner läuft weiter: zuverlässig, ruhig, wach, kreativ vernetzt – und offen für Impulse und passende Gelegenheiten, die ich später aufgreifen kann.
  • Dazu ein paar kurze Fakten: 

- Der 1-10%-Mythos – die Idee, wir würden nur „1-10 %“ unseres Gehirns nutzen, gilt als widerlegt; Bildgebungsstudien zeigen Aktivität in vielen Arealen, je nach Aufgabe unterschiedlich verteilt.

- Das Default-Mode-Netzwerk – ein „Ruhemodus-Netzwerk“ des Gehirns: Es ist besonders aktiv, wenn wir nach innen gehen, tagträumen, uns erinnern oder reflektieren. Das passt ziemlich gut zu der Metapher mit dem Großrechner – und ist ein guter Grund, schöpferische Pausen ernst zu nehmen, um geistige Nahrung zu integrieren!

- Neuroplastizität – die Veränderbarkeit des Gehirns: Durch Erfahrung und Übung können sich Verbindungen stärken und klüger vernetzen. Der „innere Server“ wird also nutzungsabhängig mit der Zeit anders (und oft auch besser) konfiguriert.

Strukturmuster im feuchten Sand am Strand, mit wellenförmigen Linien und kleinen Vertiefungen

 Strukturmuster im Sand: Auch in unserem Gehirn ordnen, vernetzen und verändern sich Prozesse – und entfalten sich Schritt für Schritt.

  • Ich habe festgestellt: „To-Dos“ lassen schnell ein Gefühl von Verpflichtung entstehen. Eine To-Want-Liste erinnert mich eher an eine freudvolle Ausrichtung und an das, was wachsen will.
  • To-Want-Liste / Schöpferliste – eine Wunsch-und-Wirk-Liste: Die Motivatoren im Hintergrund sind Dinge, die ich wirklich tun möchte. Und manches tue ich, weil es einem übergeordneten Zweck dient, der sich sinnstiftender anfühlt als das einzelne To-do.
  • Das macht einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Reframing (Umdeutung):  ich gebe einer Sache eine Bedeutung, die mich in Bewegung bringt. Entweder ich gräme mich, weil noch zwei Steuererklärungen auf Halde liegen (ja, gerade tatsächlich). Oder ich nehme mir einen Moment Zeit und stelle mir genüsslich vor, was nach den Investitionen der Neugründungsphase möglich wird, wenn Rückerstattungen fließen.

Warum ausgerechnet ein Quartal?

Ein Jahr ist lang – manchmal zu lang, um es innerlich wirklich greifen zu können.

Ein Quartal dagegen ist wie eine überschaubare, gut begehbare Wegstrecke: Wie gestalte ich die kommenden zwölf Wochen? Das bringt Struktur, ohne die Lebendigkeit zu verlieren oder zu überfordern.

Ufer am Maschsee, Weg aus Holzbolen

Ähnlich der 1%-Methode: "Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein." Beppo der Straßenkehrer aus „Momo“ von Michael Ende

Wie ich diese Liste benutze

Ich schreibe sie nicht, um sie abzuhaken. Ich schreibe sie, um die spürbar sinnvolle Verbindung zwischen mir selbst und meinen Themen in der Balance zu halten :

- Was fühlt sich jetzt wirklich stimmig an?

- Was darf reifen, bis die Knospe fast von selbst aufspringt?

- Was lädt mich jetzt schon ein, den nächsten Schritt zu gehen – konkret und praktisch?

Manche Punkte werden schnell Wirklichkeit. Andere bleiben wie Samen im Umschlag: vorbereitet, beschriftet, bereit – und doch nicht ständig in meiner Hand oder wie weiteres Gepäck auf meinen Schultern.

Kirschblüte: üppige Vielfalt um ihrer selbst willen.

"Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen." Anais Nin

Und nun endlich meine Schöpferliste für Q1/2026:

Business & Angebote

  • Konzept überarbeiten für das Seminar „Alles im Wandel!? Offen, kreativ und gelassen in herausfordernden Zeiten“.
  •  März-Reise nach Langeoog zur Seminarleitung (s. o.) – mit meinem Ehemann: Inselzeit als Paar bewusst mit einplanen und alles buchen.
Der Leuchtturm auf Langeoog

Vorfreude: Wiedersehen mit einem vertrauten Ort: 2023 habe ich dort Texte geschrieben, jetzt leite ich ein Seminar.

Website, Blog & Technik

  • Chimpify*-Funktionen im Selbststudium vertiefen – mit dem Selbstlernkurs von Inboundly (Plattform für Blog, Website, perspektivisch Online-Module).
  • Blog weiterentwickeln: Kategorien erweitern, weitere Artikel anlegen, Formatierungen verfeinern.
  • Businessplan überarbeiten und bei CoCo – Frauen gründen einreichen.
  • Steuererklärungen 2024/ und 2025 in einem Rutsch…um zu…(s.o.)
  • Launch-Sisters-Kurs gründlich durcharbeiten zur Erstellung eines professionellen Online-Kurses.
  • Begleitkurs „Neurodivergenz“ launchen (Gruppenformat + Online-Module) und die Module anhand der Feedbacks der Pilotgruppe bedarfsgerecht überarbeiten.
  • Motivierte Teilnehmende gewinnen: spätestens zum 01.04.2026 startet ein neuer Gruppenkurs!
  • Einstieg in den Kurs zur Vorbereitung des Online-Kongresses rund um das Thema Neurodivergenz im Juni 2026.

Körper, Rhythmus & Natur

  • Wieder auf den Golfplatz, sobald es passt. Ersatzprogramm: regelmäßig walken/ spazieren gehen, erste Gartenarbeiten im März.
  • Indoor-Bewegungsroutine für Schmuddelwetter etablieren: u.a. Übungen aus „Original Strength“ erkunden.
Zweig mit rosa Blüten: Wenn die Natur erwacht...

Wie bei den Frühblühern: was im Frühjahr gesät wird, können wir im Herbst ernten.

Privates, Musik, & Nahrung für den Geist

  • Geige oder Bratsche wieder regelmäßig spielen: den Körper durch den Klang spürbar in Resonanz bringen.
  • Den Frühsommer-Urlaub planen (Frankreich?) – und regelmäßig analog lesen, privat und fachlich.
  • Meinen Geburtstag gebührend feiern und Freundschaften pflegen.
  • Ein Knoten platzt!

Sollen oder Wollen: Wie hältst du es mit Listen? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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1 Kommentar

Kerstin Salvador
Kerstin Salvador
So so, du bist reif für die Insel? Was für ein großartiges Vorhaben, auf Langeoog ein Seminar zu halten, zumal du den Ort schon kennst. Verbunden mit gemeinsamer Inselzeit mit deinem Mann – da kann dieses Quartal doch nur gut werden. Viel Erfolg und Freude auch für deine anderen Vorhaben.
Liebe Grüße
Kerstin

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